Artemia

 

Salinenkrebschen, sind Kleinkrebse der Art Anostraca (Kiemenfusskrebse, Feenkrebse). Sie besitzen ein stark mit Chitin gegliedertes Exoskelett (kein Panzer).

 

Vorkommen?

Europa, China, Russland und in Nord Amerika in salzhaltigen Binnengewässern die meist einen deutlich höherem Salzgehalt als das Meer vorweisen.

 

Die Urzeitkrebslein wachsen im salzhaltigen Wasser (bis 100g/Liter) heran. Durch das leben in den Salzseen haben die Artemia einen besonderen Lebenszyklus entwickelt. Sie pflanzen sich durch Begattung von Männchen und Weibchen, oder durch Jungfernzeugung (nur weibliche Tiere) fort oder legen Eier. Da die beheimateten Gewässer regelmässig austrocknen, überdauern die Eier die Trockenperiode im Boden (lehmhaltiger Schlamm). Die Nauplien schlüpfen erst wieder, wenn während der Regenzeit die Gewässer geflutet werden. Die Artemialarven schlüpfen bei einer Temperatur von ca. 25 – 26 Grad je nach Art innerhalb von 24 Stunden. Nach ca. 8 – 14 Tagen sind sie schon Geschlechtsreif. Die Lebensdauer beträgt ca. 4 Wochen (je nach Salzgehalt). Die Überlebensdauer im Süsswasser, abhängig von der Wasserhärte, ca. 4 – 8 Stunden.

 

 

Achtung: Kleine Jungfische, nicht zu früh mit Nauplien füttern, sie können auf den Weg in den Magen stecken bleiben. Auch zu beachten ist, dass die Eierschalen nicht mit verfüttert werden, dies hat den gleichen Effekt. Kein Problem haben Barsche, Killifische und Lebendgebärende.

 

Artemiazucht

 

Warum Artemia züchten?

Artemias sind einfach aufzuziehen und zu Züchten. Somit hat man immer Lebendfutter, das nicht mit schädlichen Erregern belastet ist. Die frisch geschlüpften Artemia (Nauplin), sind ca. 0.2mm klein. Sie enthalten in den ersten 3 Tagen viele wichtige Nährstoffe und sind leicht verdaulich, also das ideale Aufzuchtfutter für Jungfische.

 

Zuchtbecken?

Die Becken müssen immer sauber sein, bevor sie mit Wasser gefüllt werden, bitte mit heissem Wasser ausspülen. Es können sogenannte Inkubatoren (Zuchtgefässe) verwendet werden. Darin werden die Eier nur zum Schlupf angesetzt. Will man sie aufziehen, nimmt man eine sehr kleine Portion Nauplien und gibt sie in ein separates Gefäss mit grosser Oberfläche. Als Beispiel: Ein kleines Aquarium ca. 10 Liter oder eine Mörtelwannen aus dem Baumarkt.

 

Der Standort des Beckens?

Am liebsten an der prallen Sonne.

 

Technik, je nach Gattung?

Heizer sind bei gewissen Arten (siehe Rubrik Eier) notwendig. Licht bei allen Arten notwendig. Ein Luftfilter ist nicht notwendig. Falls Sie trotzdem eine solche einsetzten möchten, keine feinperlenden Ausströmer verwenden, da sich die Luftblaschen unters Exoskelett setzen.

 

Bodengrund?

In den natürlichen Herkunftsgewässern ist der Bodengrund aus lehmhaltigem Schlamm in dem sich Bakterien bilden und das Wasser von Schadstoffen befreit. Wir empfehlen eine Mischung von Lehm oder Ton mit Gartenerde (keine Blumenerde aus dem Fachhandel / Dünger!!). Falls kein Garten vorhanden nur Lehm oder Ton verwenden. Empfohlene Bodendicke 5 - 10cm.

 

Das Wasser?

Das Wasser für Schlupf- und Zuchtansätze muss aufgesalzen werden. Es können verschiedene Salze verwendet werden. Das Salz muss frei von Jod und Trennmittel E535 sein. Erfahrungsgemäss ist die Verwendung eines Spezialsalzes vorzuziehen, da Mineralstoffe und Mikroalgen enthalten sind. Sollen die Nauplien nur zum Schlupf gebracht werden, genügt ein Esslöffel Salz pro Liter. Wollen Sie sie aufziehen ist eine Konzentration von 30-80g pro Liter notwendig. Der Salzgehalt im Wasser kann mit einem Hydrometer kontrolliert werden.

 

Futter?

Nach ca. 3 Tagen müssen die Artemiakrebschen zum ersten Mal gefüttert werden, da sie sich nicht mehr vom Dotter ernähren. Bei Zufütterung mit Spezialprodukten trübt sich das Wasser. Die nächste Fütterung darf erst erfolgen, wenn das Wasser wieder klar ist!!! ACHTUNG: Tiere nicht überfüttern, dies bedeutet den sicheren Tod. Ein selten gefütterter Daueransatz an der prallen Sonne benötigt kaum Pflege da genügend Mikroorganismen vorhanden sind die als Futter dienen. Als Futter kann Spirulina, Chlorella, Mikroalgenpulver oder Trockenhefe verwendet werden. Auch mit Weizenmehl sind angeblich schon gute Ergebnisse erzielt worden (Monokultur). Oder Sie können auch spezielles Aufzuchtfutter verwenden.

 

Tipp: Um den Salzgehalt konstant zu halten, ist es sinnvoll, sich zu Beginn den Wasserstand einzuzeichnen. So kann man regelmässig das verdunstete Wasser kontrolliert nachfüllen. Wir empfehlen Ihnen von Beginn an einen Kanister mit Kulturwasser anzusetzen, somit haben Sie immer Wasser zum Nachfüllen. Setzen Sie Wasser mit Salz in einem Kanister mit 5 Liter Inhalt an und lassen Sie diesen eine Woche stehen. Standort direkt an der Sonne. Somit entstehen nützliche Bakterienkulturen und der Wasserwert pendelt sich ein. Nicht erschrecken, es entsteht eine Wassertrübung, hierbei handelt es sich um Algen die als Futter dienen.

 

Wie erkenne ich ob eine Nauplie ausgeschlüpft ist?

Leere Eierschalen schwimmen an der Wasseroberfläche. Diese Tiere sind geschlüpft. Die ungeschlüpften Eier befinden sich am Beckenboden.

 

Profitipps!!

Der PH sollte zwischen 8 - 8.5 liegen. Als PH-Puffer kann Speisesoda 2g pro Liter zugegeben werden. Gute Beleuchtung ist notwendig. Man sollte niemals mehr als 1 – 1.5 g Eier pro Liter Wasser ansetzen. Je mehr Eier angesetzt werden desto weniger Nauplien schlüpfen. Da viele Organismen auf einen begrenzten Lebensraum weniger Vermehrung- und Überlebenschancen besitzen. Zum verfüttern werden die Nauplien mit einer Lichtquelle an einem Punkt des Zuchtgefässes konzentriert, sie orientieren sich am Licht. Somit schwimmen die leeren Eierschalen auf der Wasseroberfläche und die Artemias versammeln sich im Licht. Die Tiere können somit ohne Eierschalen herausgefangen werden. Hierfür verwendet man am einfachsten ein Luftschlauch und das passende Artemiasieb.